Quote mit Knabe

Die taz hat sich vor einer Weile für ihre Wochenendausgabe die
Rubrik „Streit der Woche“ ausgedacht. Dort sollen kontroverse Meinungen zu aktuellen Themen ausgetauscht werden. Diesmal geht es um die Perspektive der Linkspartei. Wie üblich prallen die Gegensätze aufeinander: Die Partei werde sich komplett zerlegen (Carl Wechselberg, früher Linke, jetzt SPD), der Osten müsse im Blick bleiben (Hans Modrow), Klaus Ernst sei Lafontaines Idealnachfolger (Konstantin Wecker). Zu Wort kommen auch Lucy Redler und der Historiker Paul Nolte. Und dann noch der hier: Hubertus Knabe, selbsternannter DDR-Aufarbeitungskrösus. Er darf solche Sätze veröffentlichen: Gesine Lötzsch sei „das blonde Dummchen aus der Stasi-Hochburg Berlin-Lichtenberg“, Klaus Ernst „der tumbe Gewerkschaftsfunktionär aus Schweinfurt“. Dass Knabe sich selbst für den Größten hält und alle anderen für blöd, das weiß man längst. Ebenso, dass er sich intellektuell gern mal unter der Gürtellinie bewegt. Dass allerdings die taz ihm eine Plattform bietet für ein paar dreiste Beleidigungen, das ist bemerkenswert. Wer das tut, der will keinen inhaltlichen Streit, sondern der will im hektischen Medienalltag billig Quote machen. (wh)

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