Blutrot

Die FDP hat seit kurzem einen neuen Generalsekretär. Christian Lindner, einen ziemlich jungen Mann, den Parteichef Guido Westerwelle aus seinem Heimat- und Vorzeigeland Nordrhein-Westfalen nach Berlin geholt hat. Lindner hatte seinen ersten großen Auftritt in Stuttgart beim Dreikönigstreffen. Bei solchen Gelegenheiten geben sich Politiker gern die rhetorische Kante. Was im Falle Lindner, der womöglich vorher noch einmal nachgelesen hat, dass der Generalsekretär die Rampensau der Partei sein soll, folgendes Ergebnis hatte: Ein „rot-grün-blutrotes Experiment“ dürfe es in Nordrhein-Westfalen nicht geben. Huh, was für eine Metapher! Da steckt alles drin, womit man arglose FDP-Wähler erschrecken kann. Und es ist ausbaufähig. Das nächste Mal bringt Lindner vielleicht dieses alte CDU-Wahlplakat mit, auf dem ein finsterer Sowjetkommissar den Betrachter anstarrt, darunter die Losung: „Alle Wege des Marxismus führen nach Moskau“. Das übernächste Mal erzählt er womöglich etwas über Pol Pot, und das übernächste Mal … Ach, Lindner ist ehrgeizig, er will etwas werden – ihm wird schon was Nettes einfallen. (wh)
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Ein Kommentar zu “Blutrot”