Briefe gegen Bartsch

Offenbar haben zwei Landesverbände der Linken den Bundesgeschäftsführer der Partei zum Rücktritt aufgefordert. Das berichtet Stern.de – und liefert die Reaktion von Dietmar Bartsch, der die Schreiben nach eigenen Worten nicht kennt, gleich mit: „Ich trete nicht zurück. Punkt.“ Das Magazin will dagegen von entsprechenden Briefen Kenntnis haben, welche die NRW-Vorsitzenden Schwabedissen und Zimmermann sowie der Stuttgarter Landessprecher Riexinger an Gregor Gysi gesandt haben sollen. Der werde am Donnerstag mit Lafontaine über dessen Rückkehr reden, heißt es. Der Stern zitiert nicht aus den gegen Bartsch gerichteten Schreiben – führt allerdings eine Reihe von inzwischen ebenso bekannten wie immer noch fragwürdigen Vorwürfen in indirekter Rede an: Der Geschäftsführer habe Details aus Lafontaines Privatleben an die Presse verraten (gibt es auch nur einen Beleg dafür?) und habe sich ohne Rücksprache mit SPD-Chef Sigmar Gabriel getroffen (auweia!). Stimmt die Briefe-Story, hätten die Angriffe nun allerdings eine Steigerung erfahren: Bartsch, so steht es angeblich in den indirekten Anklagen, habe sein Amt missbraucht, sei überdies charakterlich ungeeignet und müsse deshalb entlassen werden. Wann muss man sich über die Forderung gruseln, den Bundesgeschäftsführer zur Bewährung in die Produktion zu schicken? (tos)

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5 Kommentare zu “Briefe gegen Bartsch”

  1. JM sagt:

    Schön wäre es ja! Herrn Bartsch würden – wie vielen anderen vermeintlichen politischen Eliten des Landes selbstverständlich auch – Einblicke in die “Produktion” bzw. das Leben der abhängig Beschäftigten und Erwerbslosen gut bekommen. Ich würde mich für die Vermittlung eines Praktikumsplatzes im örtlichen Klärwerk anbieten.

  2. Lesender Arbeiter sagt:

    @ JM Kannst Du mir mal erklären, woher diese Abneigung gegen Bartsch kommt? Gibt es ein kluges Argument, ach was: gibt es überhaupt ein Argument, was diese Kampagne gegen den Mann nachvollziehbar macht? Außer dem ewig wiederholten Quark? Weil er zu den “vermeintlichen politischen Eliten” gehört? Wer sind denn die wahren Eliten Deiner Meinung nach? Das ist doch echt ein Kindergarten hier, allerdings einer mit Stalinbild an der Wand.

  3. JM sagt:

    @ Lesender Arbeiter Abgesehen davon, dass ich mit den politischen Positionen von Bartsch (strategische Orientierung, Steuerpolitik, etc.) nicht viel anfangen kann, worum es mir in diesem Zusammenhang aber gar nicht primär geht: Meine “Abneigung” richtet sich gegen den von Bartsch seit Jahren praktizierten Politikstil der Hinterzimmerdiplomatie, Kungelrunden, Protektion und der Intrige deren Meister der Apparatschik nun einmal ist. Diese Bürokraten der Apparate gibt es i.Ü. genauso bei der SL oder der AKL – keine Frage…

  4. JM sagt:

    Ach so: Mit Stalin haben Begrenzung der Wiederwahlmöglichkeit von Funktionären, Reduzierung der Diäten und Einkünfte, Verbot der Doppelfunktionen, Kampf um Transparenz etc. nun wahrlich nichts zu schaffen (ganz im Gegenteil)…

  5. Lesender Arbeiter sagt:

    Meister der Intrige, das lässt sich leicht sagen. Welche denn zum Beispiel? Das mit Stalin bezig sich nicht auf basisdemokratische Regeln, sondern den offensichtlichen Ton der Briefe – von wegen “charakterlich ungeeignet”. Aber Du hast recht, man muss nicht immer mit historischen kampfvergleichen kommen.

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