Der Pate ist tot

Der Pate ist tot

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Er war einer der wichtigsten bildenden Künstler unserer Zeit – der Bildhauer Alfred Hrdlicka ist tot. Der Österreicher, der sich selbst als Proletarier der Kunst bezeichnete, starb am Sonnabend im Alter von 81 Jahren in Wien. Hrdlicka war zeitlebens ein Linker. Er legte sich mit seinen Kunstwerken mit alten und neuen Nazis an, mit Ausländerfeinden und der katholischen Kirche. Er mischte sich provokativ in politische Debatten ein, kandidierte mehrfach für Österreichs Kommunisten und sah auch interessiert auf die deutsche Linke. Oskar Lafontaine kannte er schon länger, die beiden waren befreundet. Gregor Gysi lernte er kennen und schätzen. Beide forderte er nach eigenem Bekunden mehrfach auf, gemeinsam linke Politik zu machen und nannte sich selbst “Pate der Linkspartei”. Erst auf sein Betreiben hin hätten sich die beiden Politiker im Jahre 2000 in Saarbrücken zu einem Abendessen getroffen, um über gemeinsame Perspektiven zu sprechen, erzählte der Meister. Lafontaine bestätigte das Anfang 2008 in seiner Rede zur Eröffnung einer Hrdlicka-Ausstellung in Berlin – Hrdlicka habe ihn und Gysi “immer wieder bedrängt, erneut politisch aktiv zu werden und etwas zusammen zu machen”. Lafontaine stellte bei dieser Gelegenheit den Bildhauer mit Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht in eine Reihe der Leitbilder der Linken. Beim Gründungsparteitag der Linken im Sommer 2007 war Hrdlicka – obwohl gesundheitlich schon sichtlich angeschlagen – umjubelter Gast. Lothar Bisky, Oskar Lafontaine und Gregor Gysi erklären nun in einem Statement zu Hrdlickas Tod sogar, der Künstler habe stets betont, er habe “Gysi und Lafontaine so lange bekniet, bis sie sich an einen Tisch setzten und die Vereinigung von PDS und WASG betrieben”. Mehr Pate geht wirklich nicht. (wh, Foto: Martina Judt)

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2 Kommentare zu “Der Pate ist tot”

  1. wh sagt:

    die komplette lafontaine-rede zur hrdlicka-ausstellung kann man im web hier (http://www.kominform.at/article.php?story=20080129091133822&mode=print) lesen.

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