Der gute Wolf
Während die Brandenburger Linkspartei derzeit vor allem für Hiobsbotschaften bekannt ist, stehen die Hauptstadt-Genossen in lange nicht gekanntem Sonnenschein: Bei den Demoskopen kommt die Berliner Linke ganz gut weg und dann wird auch noch Wirtschaftssenator Harald Wolf zum beliebtesten Politiker gekürt. Dabei muss die Umfrage noch vor dessen Ankündigung stattgefunden haben, einen landeseigenen Energieversorger aufzubauen: “Rote wollen grünen Strom produzieren”, schreibt der Tagesspiegel. Dabei sollen erneuerbare Quellen angezapft werden, über den Import von Biomasse-Strom aus Brandenburg wird nachgedacht. Auch in Hamburg hat macht ein unter schwarz-grüner Regie gegründetes Unternehmen den Elektrizitätswerke von Vattenfall Konkurrenz. Vorerst zwar nur als Verkäufer, ab 2011 soll eine kommunal gebaute Windkraftanlage ersten Strom liefern. Die Berliner Linke kann den direkten Draht zu Brandenburgs Wirtschaftsminister Ralf Christoffers bemühen, auf Fachebene würden derzeit Energiekonzepte besprochen. Soll dieser Schritt der Rückgewinnung des Öffentlichen erfolgreich werden, muss der Senat die Diskussion darüber zu einer öffentlichen Angelegenheit machen. Für die Linke wird das zur Programm-Lektion bei laufendem Motor: „Welche Möglichkeiten und Instrumente einer Demokratisierung der Wirtschaft“ es gibt und wie eine „Steuerung der Grundlinien wirtschaftlicher Entwicklung“ durch die Allgemeinheit realisiert werden kann, sind Fragen, für die nun in einem konkreten Fall Antworten gefunden werden müssen. Möglichst nicht die alten. (tos)
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