Schönbohms Scheitern

Dass General Schönbohm verbittert ist, kann man ja verstehen. Der
Mann ging nach seinem Abschied aus der Bundeswehr in den Osten, um dort die Reste des Kommunismus, darunter die PDS, wegzuräumen. Zuerst als Innensenator in Berlin, dann als Innenminister in Brandenburg zog er noch einmal ins Gefecht, von dem er gehofft hatte, dass es das letzte sein würde. Und nun? Nun ist er Pensionär und muss mit ansehen, wie in Berlin und Brandenburg die Linke mitregiert. Ausgerechnet die.

Das ist natürlich tragisch. Doch damit nicht genug. Wie er jetzt der Bild-Zeitung anvertraute, ist auch ansonsten viel schief gelaufen im Osten allgemein und in Brandenburg speziell. Unkenntnis über das Unrechtsregime, Entbürgerlichung der Bevölkerung, stillose Kleidung, leere Kirchenbänke, statt dessen Zulauf für die Jugendweihe, miefige Behörden – die DDR guckt in Brandenburg noch aus allen Löchern. Meint Schönbohm und findet das schrecklich. Am schrecklichsten aber: fast 30 Prozent für die Linke. Darüber kann man lang und breit lamentieren; ein langjähriger CDU-Frontmann sollte allerdings darüber nachdenken, warum seine Partei seit Jahr und Tag bei 20 Prozent herumdümpelt und einen miserablen Ruf hat. Vielleicht auch, weil die Leute die Nase voll haben von selbsternannten Umerziehern wie Schönbohm. (wh)

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