Fluch der Karibik

Die von Landeschef Hubert Ulrich durchgesetzte Regierungsbeteiligung im Saarland wird für die Grünen immer mehr zur Belastung. Das erste Jamaika-Bündnis hat zwar der Partei auch bundesweit eine neue Koalitionsoption eingebracht. Die Erinnerung an den Wahlbetrug wird allerdings nicht so schnell verblassen. Abgesehen davon: Die Saarbrücker Verhältnisse geraten immer immer mehr zu einem Politkrimi. Dabei geht es vor allem um die  Verbindungen zwischen dem Grünen-Vorsitzenden Ulrich und dem einflussreichen FDP-Politiker Hartmut Ostermann, über die immer neue Details ans Licht kommen. Ostermann ist nicht nur Anteilseigner einer Beratungsfirma, für die Ulrich jahrelang tätig war, er spendete offenbar auch für die Grünen, schreibt die Tageszeitung. Inzwischen sorgt für Wirbel, dass mitten in den Koalitionsverhandlungen zwei Ermittlungsverfahren gegen Ostermann eingestellt worden – der Unternehmer saß mit am Verhandlungstisch und gehört jetzt dem Koalitionsausschuss an. In den Verfahren ging es um Untreue und Insolvenzverschleppung. Jetzt ist von Korruption die Rede und auch von „sizilianischen Verhältnissen“. Die Victor’s-Unternehmensgruppe von Ostermann wies die Vorwürfe zurück – entsprechende Mutmaßungen würden linken Fantasien entspringen, hieß es. SPD und Linkspartei, die durch den Grünen Sprung nach Jamaika nicht nur die Regierungsbeteiligung, sondern auch die Chance für eine Reihe von politischen Projekten einbüßten, forderten dagegen eine Aufklärung der Vorgänge. Die Sozialdemokraten wollen nun den zuständigen Landtagsausschuss bemühen. (vk)

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