Fernab der Strömungen

Die hessische Linke hat eine neue Landesvorsitzende: Heidemarie Scheuch-Paschkewitz ist am Samstag von einem Parteitag in Melsungen gekürt worden. Die Wahl wurde notwendig, nachdem bereits im Mai Ulrike Eifler das Amt abgegeben hatte – aus beruflichen Gründen, wie es seinerzeit hieß. Scheuch-Paschkewitz ist kein politischer Neuling, aber erst seit Anfang des Jahres in der Linkspartei organisiert. Eine Tochter und ein Sohn der 50-Jährigen war im vergangenen Sommer lebensgefährlich verletzt worden, als Rechtsradikale ein Solid-Zeltlager überfielen. „Letztendlich war die Linke die einzige Partei, die uns persönlich und politisch unterstützt hat“, wird Scheuch-Paschkewitz von einer Nachrichtenagentur zitiert. Die Sozialarbeiterin und Heilpädagogin, die ihrer Bewerbung zufolge zurzeit studiert und schon als Kandidatin zur Bundestagswahl angetreten war, sieht sich ausdrücklich „fern ab von allen Strömungen“ in der Linkspartei.

Scheuch-Paschkewitz erhielt bei der Wahl 95 von 141 abgegebenen Stimmen und führt den Landesverband nun neben Ulrich Wilken. Der nutzte den Parteitag, um die jüngste Regierungsbeteiligung der Linken in Potsdam zu kritisieren: Er sei sich „sicher, dass der Koalitionsvertrag in Brandenburg bei den hessischen Mitgliedern keine Mehrheit gefunden hätte“, so Wilken. „Ich hätte ihm jedenfalls nicht zugestimmt.“ (tos)

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