Schwarz geärgert

Die Entscheidung der saarländischen Grünen, eine Jamaika-Koalition anzustreben, kennt jede Menge Verlierer. Da wären zum einen SPD und Linkspartei, denen nun die Möglichkeit verstellt ist, erstmals in einem Westbundesland in einer gemeinsamen Regierung die Zusammenarbeit zu proben. Oskar Lafontaine spricht von „Wahlbetrug“ und Heiko Maas von einem „Pakt gegen die strukturelle Mehrheit der Wähler“. Auch die gehören zu den Gelackmeierten – schließlich war immer klar, welche Rolle der Linksparteichef in einem rot-rot-grünen Bündnis spielen würde.
Es ist eine Ausrede, wenn die Grünen um Hubert Ulrich nun die Schuld vor allem auf Lafontaine abwälzen. Wenn Politik eine Veranstaltung von Leuten wäre, die miteinander befreundet sein müssen, gebe es keine. Und wer für einen politischen Wechsel antritt und sich einen SPD-Ministerpräsidenten wünscht, kann nicht später so tun, als habe er tatsächlich gehofft, dass es für eine Ampel reichen könnte – in den Umfragen lag die Variante stets abgeschlagen im Reich des Unmöglichen. Oder sollte irgend jemand ernsthaft gedacht haben, dass Oskar Lafontaine, der als Person der Linken das 21,3-Prozent-Ergebnis verschaffte, sich fortan nicht mehr in Saarbrücken und Umgebung würde sehen lassen? Eben. Ulrich hat sich offenbar sehr früh festgelegt, anders kann man es nicht interpretieren. Ein Rückblick: Im Juli hatte der Linkenchef den Grünen unterstellt, sich bereits mit der CDU auf ein Jamaika-Bündnis verständigt zu haben. Die Grünen haben dies seinerzeit als Beleidigtsein zurückgewiesen – sie hatten mehrfach erklärt, Lafontaine nicht zum Ministerpräsidenten zu wählen. Aber war es deshalb wirklich falsch? Und auch jenes Wahlplakat der Linken, das bereits vor einem Schwenk der Grünen zur CDU warnte, zeigt sich im Nachhinein als äußerst hellsichtig. (tos)
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das plakat war eine self-surfilling provecy und zeigte, dass auch lafo nicht von rrg ausging. das ist so.
wir müssen es aber WOLLEN.