Comeback für Ypsilanti?

Neben den großen Personalumwälzungen an der Spitze der SPD gibt es auch kleine Bewegungen, die durchaus von Interesse sind. Von Andrea Ypsilanti hatte man lange nichts gehört; seit sie von Rechtsabweichlern aus ihrer hessischen Landtagsfraktion daran gehindert wurde, eine von der Linken tolerierte rot-grüne Landesregierung zu installieren, war sie in die zweite Reihe zurückgetreten. Seitdem ist sie einfache Landtagsabgeordnete und Mitglied des Landesvorstands. Nun, angesichts der riesigen Wahlpleite der SPD im Bund und beginnender Überlegungen über ein neues Verhältnis zur Linken, wird in Hessens SPD der Ruf nach Ypsilanti laut. Sie müsse wieder eine wichtigere Rolle spielen, fordern Genossen, denn ihr Wahlprogramm von 2008 sei immer noch sehr brauchbar. Sollte der Ruf der Basis erhört werden, hätte das eine gewisse Pikanterie. Denn Ypsilanti fand mit ihrem Drang zu einer Linksregierung unter Einbeziehung der Linken keine Gnade bei führenden SPD-Leuten. Zu denen, die ihr in die Parade fuhren und auch den damaligen Parteichef Kurt Beck zu Fall brachten, gehörte Frank-Walter Steinmeier, der sich eben erst als grandioser Wahlverlierer zum Fraktionschef gemacht hat und nun offenbar den Erneuerer der Partei spielen will. Mal sehen, ob von seiner Forderung, wesentliche Grundzüge der bisherigen SPD-Politik beizubehalten, auch die starre Haltung gegenüber der Linken betroffen ist – und was er zu einer Wiederkehr Ypsilantis sagen würde. (wh)

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