Aktion zur Aufpäppelung
Die Liberalen in NRW haben dem Deutschen Gewerkschaftsbund vorgeworfen, die Linke „hoffähig“ zu machen. Das ist unfreiwillige Komik, wahrscheinlich weiß die FDP im Düsseldorfer Landtag nicht, dass sich Oskar Lafontaine längst zum König in der Partei ausgerufen und Tipps vom DGB gar nicht nötig hat. Im Ernst: Die Gewerkschafter hatten zu einer Podiumsdiskussion zur Mitbestimmung nicht nur die im Landtag vertretenen Parteien, sondern auch den fraktionslosen Abgeordneten Rüdiger Sagel von der Linkspartei eingeladen. Nun hat der bisher bundesweit zu Recht nicht besonders bekannte FDP-Fraktionschef Gerhard Papke seine Teilnahme abgesagt: Er werde sich nicht an „Aktionen zur Aufpäppelung von Linksextremisten“ beteiligen. Ein eindeutiges Revanchefoul, schließlich hatte DGB-Landeschef Guntram Schneider unlängst noch vor der „politischen Vermummung a la Merkel und Westerwelle“ gewarnt und die Gewerkschaftsmitglieder kaum verhohlen aufgefordert, alles zu wählen – nur nicht Schwarz-Gelb. Was Papke offenbar nicht weiß: Wann immer jemand Rote Socken gegen PDS oder Linkspartei in Stellung brachte, erwies sich das für die kaum als Nachteil. Man könnte auch von einer „Aufpäppelung“ sprechen. Unfreiwillig selbstverständlich. (tos)
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