Weitherzig und versöhnlerisch

Auf den Beitrag zum Spiegel-Vorwurf gegenüber Klaus Höpcke und Diether Dehms Kritik an den Medien hat der Linkspartei-Abgeordnete in einem längeren Kommentar geantwortet. Er bleibe bei seiner „Feststellung, dass der BND mittels Hunderter ‚IMs‘ und hauptamtlicher Mitarbeiter auch Medienarbeit hauptsächlich gegen DIE LINKE durchführt“. Die hier im Blog erhoffte Wortmeldung von Klaus Höpcke darüber, wie er „die Vorgänge in Erinnerung hat und was er heute darüber denkt“, ist inzwischen erfolgt – als Leserbrief im Spiegel. Höpcke schreibt: „In dem Beitrag ‚Freie Radikale‘ wird behauptet, Anfang der sechziger Jahre habe ich ‚als SED-Funktionär Peter Sodann für kurze Zeit ins Gefängnis gebracht‘. Mit dieser Beschuldigung werde ich einer Tat bezichtigt, die ich in Wirklichkeit nicht begangen habe. Wahr ist hingegen, dass ich als stellvertretender Sekretär der Universitätsparteileitung (UPL) der Karl-Marx-Universität Leipzig im September 1961 gegenüber dem Programm des Studentenkabaretts Rat der Spötter, das später als Anlass der Verhaftung Peter Sodanns und weiterer Kabarettmitglieder benutzt wurde, zwar kritische Einwände vorgetragen, aber insgesamt eine Haltung eingenommen habe, die von anderen Leitungsfunktionären der UPL als ‚extrem weitherzig und versöhnlerisch‘ angesehen wurde. Darum wurde festgelegt, dass an der Generalprobe, in der über Abnahme oder Nichtabnahme zu entscheiden war, nicht ich, sondern an meiner Stelle ein anderer UPL-Sekretär teilnimmt. Der Satz, ich hätte ‚Sodann für kurze Zeit ins Gefängnis gebracht‘, ist folglich falsch und entbehrt eines mittelbaren Verdachtsanhaltspunkts.“ (tos)

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