Märkische Zahlenspiele
Gegenüber dem Rummel, der vor den drei August-Landtagswahlen gemacht wurde, steigt die Erregungskurve mit Blick auf die noch bevorstehenden Urnengänge in Brandenburg und Schleswig-Holstein bisher nur mäßig an. Das könnte sich bis zum 27. September noch ändern. Im Nordwesten steht, an anderer Stelle war das schon Thema, die Bundesratsmehrheit einer möglichen schwarz-gelben Koalition auf dem Spiel. Und in Brandenburg erwächst Spannung aus der jüngsten Umfrage. Der Vorsprung der SPD schmilzt, die Linkspartei holt auf. Lagen im Mai noch sieben Prozent zwischen Rot und Rot, sind es jetzt drei Prozent. Wer erinnert sich da nicht an den April 2008, als die Demoskopen beide Parteien auf gleicher 30-Prozent-Höhe sahen? Drohen gar noch Thüringer Verhältnisse auf märkischem Sand? Abwarten. Schon jetzt aber kann man sich über etwas anderes Gedanken machen: Gestellt wurde den Brandenburgern auch die Bundes-Sonntagsfrage. Hier ist der Abstand der Linkspartei gegenüber der SPD größer und gegenüber der letzten Umfrage vom Februar sogar noch gewachsen. Ein Vergleich mit nicht so weit zurückliegenden Zahlen ist zwar nicht möglich. Aber offenbar honorieren die Brandenburger Wähler den Kurs der Landes-Linken eher als den der Bundes-Partei. Das wiederum könnte mit der realistischeren Option einer Regierungsbeteiligung zusammenhängen – in dem Sinne, wie die bundesweiten Zuwächse für die Linke in den vergangenen Tagen ja auch mit der anschwellenden Debatte um Rot-Rot begründet wurden. Für eine Potsdamer Regierung aus SPD und Linkspartei plädieren in Brandenburg inzwischen genau so viele Befragte wie für eine Fortsetzung der großen Koalition. Bei den Anhängern der Sozialdemokraten ist die Zahl derer, die Rot-Rot präferieren, seit Mai um elf Prozent gestiegen ist. (tos)
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