Steinmeiers Ende

In der Union ist derzeit in Sachen Afghanistan-Einsatz bis auf die Forderung nach einem unverzüglichen Abzug der Bundeswehr beinahe alles zu hören. SPD-Kandidat Frank-Walter Steinmeier hat deshalb am Sonntag im Interview der Woche beim Deutschlandfunk erklärt, die Merkel-Truppe habe „keine Konzeption“. Was die Soldaten „am wenigsten verdient haben ist Kakofonie, wie wir sie im Augenblick innerhalb der Union erleben“. Nun – mit dem aus der Sprach- und Musikwissenschaft bekannten Wort will der Sozialdemokrat im Wahlkampf offenbar auf die Unstimmigkeiten innerhalb von CDU und CSU hinweisen. Und er ist zugleich bemüht, mit einem Thema zu punkten, das in Umfragen regelmäßig Zwei-Drittel-Mehrheiten erhält und das sozialdemokratische Wähler dazu bringen könnte, die Linkspartei anzukreuzen: Die Bundeswehr, sagen viele, solle am Hindukusch abrücken. Am Samstag machte eine Vorabmeldung aus dem aktuellen Spiegel die Runde, in der Steinmeier eine „klare Perspektive für Dauer und Ende des militärischen Engagements“ verspricht. Ist das die Wende der SPD. Mitnichten. Denn was Steinmeier keineswegs will, das sagt er im Spiegel und im Deutschlandfunk-Gespräch auch: Ein Abzugsdatum! Von wegen „Ende“: Es sei „das schlimmste Szenario“, wenn sich die hiesige Politik „jetzt mit Blick auf einen bevorstehenden Wahltermin auf einen Abzugstermin in Afghanistan festlegen“ würde. (tos)

Drucken Drucken

2 Kommentare zu “Steinmeiers Ende”

  1. nachtragender sagt:

    Meint lediglich, dass er vor der Wahl am 27.9. über einen exakten Wahltermin nicht sprechen will – nicht mehr, nicht weniger. Kein Widerspruch dazu, als möglicher Kanzler dies dann zu tun.

  2. trachnagender sagt:

    schon richtig, mister. aber: man könnte sagen, steinmeier habe offen gelassen, ob er nach dem 27.9. eventuell über einen abzugstermin sprechen würde. wenn etwas nicht gesagt wird, ist es auch kein wahlversprechen. oder? siehe: http://www.wahlversprechen.info/

Kommentiere:

| Kommentare werden moderiert |