Sex und Politik grenzenlos

Es gibt tatsächlich noch Umfragen, in denen die Sozialdemokraten vorn liegen: Das Fachblatt für politische Partnerschaftsforschung Cicero hat durch ein Institut namens Gesis ermitteln lassen, dass sich unter SPD-Wählern die meisten Pornokonsumenten befinden, nämlich 17 Prozent, während es bei den in dieser Konkurrenz letztplatzierten Liberalen nur 13 Prozent sind. Der sozialdemokratische Vorsprung in Sachen Sexfilmchen löst sich indes schon im nächsten Parteienwettkampf wieder auf: Nur 1,5 mal pro Woche haben Anhänger der Sozialdemokraten Sex und damit weniger als die konservativen Unionswähler, die Altlinken von der gleichnamigen Partei und die Grünen. Warum sich allerdings ausgerechnet CDU-Wähler und Lafontaine-Anhänger am häufigsten Seitensprünge erlauben, harrt noch der soziologischen Erklärung. Wer solcher Erkenntnisse für erhellend hält oder einfach nur mit sinnlosen Umfragen auf sich aufmerksam machen will – Gesis hilft weiter. Für schon 700 Euro darf man eine Frage stellen, egal was, der Phantasie, verspricht das seltsame Institut, „sind keine Grenzen gesetzt“. (tos)

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