Die Affenarsch-Affäre
Wenn dereinst die große, siebenbändige Geschichte der Linkspartei geschrieben wird, werden die Chronisten an diesem Drama nicht vorbeikommen: Der niedersächsische Landeschef Diether Dehm sieht sich mit einer Anzeige wegen mutmaßlicher Polizistenbeleidigung konfrontiert. Am Rande einer Demonstration von Greenpeace-Aktivisten vor dem Landtag in Hannover soll das Wort „Affenarsch“ gefallen sein. Dehm, „der als impulsiv bekannte Politiker“ (Neue Presse) bzw. der „Musiker und Bundestagsabgeordnete“ (ddp), will damit nicht den Beamten – sondern seinen Fraktionschef Manfred Sohn gemeint haben. Dieser habe ihm spielerisch ein Bein gestellt, worauf Dehm „in kumpeliger Art“ reagiert habe. Ein Linken-Sprecher räumte „einen flapsigen Umgangston“ in der Partei ein. Nur: Wenn „Affenarsch“ die freundlich-derbe Variante der Wortwahl in der Linken ist, wie darf man sich dann Vorstandssitzungen vorstellen, in denen sich Flügelvertreter gegenübersitzen, die sich nicht nur „kumpelig“ ein Bein stellen?
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