Mageres Ergebnis

Die Linkspartei ist bei den Europawahlen deutlich hinter den Erwartungen geblieben. Von den zehn Prozent plus X, die Lothar Bisky noch Ende April als Ziel ausgegeben hatte, war bereits nach den Umfragen der vergangenen Wochen nicht mehr viel zu hören. Dass am Ende eine sieben vor dem Komma stehen wird – die Hochrechnungen am frühen Abend lauteten 7,2 bzw. 7,7 Prozent -, damit rechneten wohl nur Berufspessimisten. Acht oder neun Abgeordnete entsendet die Linke nach Strasbourg, was einige Scharmützel um hintere Listenplätze auf dem Europaparteitag in Essen im Nachhinein obsolet macht. Besondere Beachtung wird sicher die bundesweite Verteilung der Stimmenanteile nach sich ziehen: Der Deutschlandfunk meldet einen Rückgang des Ergebnisses im Osten um etwa denselben Prozentsatz, den die Partei insgesamt gegenüber 2004 dazu gewonnen hat. Gregor Gysi spricht von Mobilisierungsproblemen, dankt Oskar Lafontaine und blickt optimistisch in die Zukunft. Immerhin ist alles nicht ganz so schlimm gekommen, wie es noch um 20 Uhr in dieser Ergebnisübersicht für die Bundesländer den Anschein hatte (siehe oben, inzwischen ist es korrigiert): nur noch 0,9 Prozent für die Linken in Meckelnburg-Vorpommern – das bleibt der Traum der Spiegel-Redakteure.
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