Schaurige Anschaulichkeit
An Aufforderungen, die „Geschichte umzuschreiben”, ist derzeit kein Mangel. Nach der Enthüllung der Stasi-Vergangenheit des Ohnesorg-Todesschützen Karl-Heinz Kurras, die mancherorts zur Neudeutung von „1968″ führt, dient jetzt der Fund einer Frauenleiche in der Berliner Charité als Anlass: Dort vermutet der Chef der Rechtsmedizin, Michael Tsokos, die sterblichen Überreste von Rosa Luxemburg gefunden zu haben. Eine „alte Wasserleiche ohne Kopf, Hände und Füße” weise jedenfalls “verblüffende Ähnlichkeiten mit der realen Rosa Luxemburg” auf. Sollte sich sein Verdacht bestätigen, meint Tsokos, müsse die Geschichte umgeschrieben werden: „Dann haben in den letzten 90 Jahren Millionen von Menschen ein falsches Grab besucht.” Haben sie das wirklich? Es gibt, auch das sollte erwähnt sein, Gründe, der These skeptisch gegenüberzustehen. Ein Beitrag auf freitag.de.
Drucken