Austritt ja, kein Wechsel
Ein halbes Dementi: Die Meldung der Berliner Zeitung, der frühere Pankower Baustadtrat und Bezirksvorstand Andreas Bossmann sei aus der Linkspartei ausgetreten und zur SPD gegangen, hat zwar schon die Runde gemacht (etwa hier und hier und hier) – ist aber nur zur Hälfte richtig. Den Eintritt des 52-Jährigen bei den Sozialdemokraten hat es offenbar nicht gegeben. Das Blatt hatte den Wechsel auf ziemlich anschauliche Weise geschildert, „ein Maiabend in der Kulturbrauerei“, Müntefering und Thierse seien auch dabei gewesen und Bossmann habe dem SPD-Chef bei dieser Gelegenheit mitgeteilt, „dass er die SPD gerne unterstützen und Sozialdemokrat werden wolle“. Der Wechsel sei inzwischen „bekannt“ geworden und sogar im Willy-Brandt-Haus wäre davon die Rede – in Wahrheit aber nur als Wunsch. Die Linkspartei erklärt nämlich, zwar habe die SPD Bossmann einen Übertritt „umgehend“ angeboten, dieser habe „zum jetzigen Zeitpunkt jedoch abgelehnt“. Der Bezirkschef der Linken, Sören Benn, hält den Bericht der Berliner Zeitung für „dilletantische Recherche oder absichtsvolle Fehlinformation“ und hält es für möglich, dass die Sozialdemokraten „Absetzbewegungen mit Fehlinformationen über vereinzelte Übertritte künstlich anzufeuern“ versuchten. Müntefering hatte nach Sylvia-Yvonne Kaufmanns Wechsel „indirekt um weitere Überläufer aus der Linkspartei geworben“. Auch Generalsekretär Hubertus Heil breitete am 14. Mai die Arme aus: „Wer sich zu den Grundwerten der Sozialdemokratie bekennt, dem stehen unsere Türen offen.“ Bossmann hat die Einladung bisher nicht angenommen.
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