Fünf Jahre EL

Vor fünf Jahren wurde die Europäische Linke gegründet. Trotz gemeinsamer Wahlplattform lässt die Parteien-Partei im beginnenden EU-Wahlkampf noch kaum ein Profil erkennen. In Deutschland treten ein „Vollmitglied” und ein „Beobachter” sogar gegeneinander an. In der veröffentlichten Meinung kommt das EL-Projekt kaum vor, auch wenn Parteichef Lothar Bisky und die Pressestelle des Karl-Liebknecht-Hauses sich mühen, das zu ändern. Vielleicht liegt es an der generellen Europamüdigkeit oder daran, dass es vier weitere Formen der Zusammenarbeit linker Parteien auf europäischen Ebene gibt, was den Überblick vernebelt. “Die Partei der Europäischen Linken ist den Kinderschuhen entwachsen”, lautet die zweckoptimistische Selbsteinschätzung, und habe “sich als eigenständiger Akteur auf der politischen Bühne etabliert”. Nur sitzt offenbar kaum jemand im Zuschauerraum. In den Zeitungen vom Freitag und Samstag kommt die EL fast gar nicht vor. Desinteresse oder “mediale Phobie” gegenüber der Linken, von der Gregor Gysi gerade sprach? Man sollte es sich nicht zu einfach machen. Wenigstens das parteinahe Neue Deutschland, dessen Herausgeber Bisky ist, bringt am Samstag nachträgliche Glückwunsche – gleich auf einer ganzen Seite inklusive Interview. Und hier findet sich ein kleiner Text aus dem Freitag.

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