Emali auf Äquidistanz
Bisher hier noch nicht vermeldet: Die Emanzipatorische Linke hat sich am vergangenen Samstag als Strömung in der Linkspartei konstituiert. Im April 2006, als das Gründungspapier „Freiheit und Sozialismus” erschien, hieß es noch, es gehe „nicht um eine Gruppe, der man per Unterschrift beitritt oder eine weitere Strömung”. Inzwischen, antwortet Christoph Spehr heute auf eine Frage des Neuen Deutschland, sehe man die „Notwendigkeit, dass man sich organisieren muss, wenn einem Anliegen wichtig sind”. Dennoch wolle man „eine Strömung der anderen Art” sein – die Diskussion, was das sein könne, laufe noch. Auf der Website der Emali kann man nicht nur die nun nötige Eintrittsbürokratie herunterladen, sondern auch ein Papier im Entwurfsstadium, das den politischen Rahmen der Strömung absteckt. Ihren Platz in der Linkspartei sieht die Emali nicht auf einer imaginären Rechts-Linke-Linie. Der „Abstand zu den anderen Strömungen ist jeweils ähnlich groß”, so Spehr, es gebe Überschneidungen mit den drei großen Zusammenschlüssen – aber auch „viele Punkte, die nirgends so richtig aufgehoben sind”. Kritik der Arbeitsgesellschaft, feministische und ökologische Perspektiven, Freiheitsrechte … Spehr hofft, die Emali könne “wichtiger Bezugspunkt werden für viele, die erst in den letzten Jahren eingetreten sind”.
Drucken