Linke gegen Holter

Das ist entweder ein sehr geschickter Versuch, Werbung für Helmut Holter als neuer Fraktionschef der Linkspartei im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern zu machen. Oder ein sehr dummer Versuch, ihn als Nachfolger des scheidenden Wolfgang Methling zu verhindern: Die frühere Sozialministerin der Partei, Marianne Linke, hat dem bisher einzigen Bewerber Holter offenbar in einem an die Mitglieder verschickten Brief mangelnde Kompetenz, zahlreiche Skandale und politischen Opportunismus vorgeworfen. Landeschef Peter Ritter nannte das Schreiben unsolidarisch und wies die Vorwürfe zurück. Die neue Fraktionsspitze soll am 21. April gewählt werden. Holter ist tatsächlich nicht unumstritten, vor allem nach kritischen Äußerungen über die DDR. Womöglich wird nun auch Linke ihren Hut in den Ring werfen. Linke wirf Holter unter anderem vor, bei “Verquickungen von persönlichen und dienstlichen Belangen bei der Vergabe von Fördermitteln” in seiner Ministeriumszeit “nicht sehr professionell agiert” zu haben. Das kann man nun auch Marianne Linke nachsagen.

Update: Der Streit ist heute Thema in den Zeitungen. Das Neue Deutschland, dem gern vorgeworfen wird, es sei Zentralorgan der Realos, erklärt, was hinter dem Konflikt tatsächlich steckt. Die Junge Welt ist ganz Partei und druckt neben langen Auszügen aus dem Linke-Brief auch gleich noch ein Interview mit der Politikerin.

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