Linke Terminprobleme

In anderem Zusammenhang wurde man unlängst von der Jungen Welt belehrt, dass einen „offensiven Antikapitalismus” nicht meinen könne, wer am 28. März anderes geplant hat als zu einer der Demos in Berlin und Frankfurt zu gehen. Das war als Kritik an den bösen Realos von der sächsischen Linkspartei gedacht, die heute eine Geschichtskonferenz in Dresden abhalten (mehr dazu hier auf lafontaines-linke.de). Doch wer mit Schrot schießt, kann schon mal die eigenen Leute treffen: Zwar hält der Parteivorstand die Teilnahme an den Aktionen für wünschenswert (O-Ton: “beschließt die Beteiligung”). Doch viele Genossen haben andere Termine. Die nicht nur von der Jungen Welt hoch geschätzte Sarah Wagenknecht muss auf einem Parteitag rumsitzen – sie bewirbt sich in Essen um einen Platz auf der NRW-Landesliste (wo auch andere Freunde des außerparlamentarischen Protestes ganz parlamentarische Vorarbeit zu leisten haben). In der Gruga-Halle soll übrigens Oskar Lafontaine zwischen 11 und 12 sprechen (Live-Bericht gibt es wohl hier) – wird aber schon ab 16 Uhr in Frankfurt erwartet. Bitte vorsichtig rasen. Die Berliner Linkspartei diskutiert heute auf einem Parteitag über „gute Schule” – die Delegierten müssten schwänzen, um an der Demo in der Hauptstadt teilzunehmen. Heute vermeldet die Junge Welt, dass „zeitgleich” Listen-Parteitage in Bremen, Thüringen und Bayern stattfinden – das ist haarscharf daneben: In Bremen werden die Kandidaten erst am 17. Mai gewählt, in Bayern findet die Landesmitgliederversammlung nicht heute, sondern am Sonntag statt. Mit Thüringen hat das Blatt immerhin fast recht – die Liste, um die es bei der Vertreterversammlung in Arnstadt geht, ist allerdings jene für die Landtagswahl (hier live via Twitter).

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