Biografie-Krampf in Berlin
Die Kritik an der Nominierung des nicht von allen wohlgelittenen Stefan Liebich auf Platz vier der Berliner Landesliste, die am Sonntag gewählt wird, treibt absurde Blüten. Wer etwas gegen den zum Realo-Flügel zählenden Ex-Landeschef hat, könnte das unter Bezugnahme auf dessen Agieren eigentlich in aller Offenheit sagen, wie es unlängst Basisvertreter getan haben. Nicht so aber vier graue Eminenzen der Partei, deren Begründung, warum statt Liebich ein anderer auf den Listenplatz 4 gehört, geradezu lächerlich erscheint: Im Westen könne es für „Irritationen” sorgen, wenn der Kandidat diesmal aus dem Osten kommt. Mal abgesehen davon, dass Liebich zur Wende noch in der Schule saß, man also heute von einer Ost-Biografie in seinem Fall nicht einmal zur Hälfte reden kann – der Hinweis, dass bei der Listenaufstellung 2005 ein Vertreter mit dem aus Westsicht „richtigen” politischen Werdegang auf Platz 4 angetreten sei, ist doch quatsch. Damals schaffte ein Hakki Keskin den Sprung auf die Liste, das war eine in der PDS verabredete Kandidatur eines Parteilosen, die bei der Wahlalternative seinerzeit für große Kritik sorgte. Die Vorschläge der WASG wurden damals von der PDS zurückgewiesen. Das soll das gute Beispiel aus der Vergangenheit sein?
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Den witzigste Behauptung in diesem Zusammenhang finde ich, was Klaus Lederer laut taz gesagt haben soll: “Dagegen würden in den Westländern mit Ausnahme von Sahra Wagenknecht in Nordrhein-Westfalen keine ehemaligen PDS-Politiker aufgestellt.”
Quelle:
https://www.taz.de/regional/berlin/aktuell/artikel/?dig=2009%2F03%2F26%2Fa0169&cHash=d26ae8d3cc
Hat er das wirklich gesagt?