Mannschaftsspiel
Nachdem Oskar Lafontaine 1999 seine Ämter als Finanzminister und SPD-Vorsitzender hinschmiss, sprach er vom „schlechten Mannschaftsspiel” und meinte Gerhard Schröder (mehr dazu hier im Buch Lafontaines Linke). Der Jubiläumspresse zehn Jahre später kann heute gutes Mannschaftsspiel attestiert werden – man liest fast überall dasselbe. Die Kurzfassung geht so: Saarländer scheitert an den Aufgaben des Ministeramtes, Blackout wegen psychologischer Neigung zur Opposition, dann Wiederkehr auf die politische Bühne als Oberdemagoge der Linkspartei, seither persönlicher Rachefeldzug gegen die SPD. Ein paar Ausnahmen vom Einheitsbrei seien empfohlen: Edelbert Richter im Neuen Deutschland (hier leider nur gegen Geld) und Georg Fülberth im neuen Freitag (hier schon online). Ingo Stützle hat sich in seinem Blog an einen Text von Günter Gaus im Freitag von 1999 erinnert, in dem dieser zwar danebenlag: „Das politische Comeback ist ausgeschlossen.” Gaus’ Satz, nachdem der Name Lafontaine „eine Zäsur” markiert, „die eines Tages im Rückblick als wesentlich erkannt werden wird”, blieb aber trotzdem richtig.
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