Rot-Rot in Potsdam?

Die brandenburgische Linke sieht sich durch eine Umfrage bestätigt, die die Partei beim Meinungsforschungsinstitut Emnid in Auftrag gegeben hat. Das Neue Deutschland spricht gar von einer rot-roten Tendenz. Zu Recht? Gegenüber einer Studie aus dem vergangenen Jahr ist zwar die Wechselstimmung gewachsen. Die Schar der Befürworter eines möglichen rot-roten Bündnisses blieb jedoch insgesamt gleich groß (39 Prozent aller Brandenburger). Das Neue Deutschland erkennt im Meinungsbild der Anhängerschaft von SPD und Linkspartei dennoch eine “eindeutige” Richtung. In Wirklichkeit ist die rot-rote Begeisterung in der früheren PDS sogar ein wenig geschrumpft – wenn auch auf hohem Niveau (von 87 auf 85 Prozent). Bei den Sozialdemokraten sind inzwischen 42 Prozent für die rot-rote Option (plus 6 Prozent), aber immer noch 51 Prozent für die Fortsetzung der Koalition mit der CDU. Auch in der “Sonntagsfrage” kann von einem Mitte-Links-Trend nicht gerade die Rede sein: Gegenüber der Vorjahresumfrage hat Rot-Rot sogar einen Punkt verloren. Die Spitzenkandidaten der Linkspartei verfiel denn auch nicht in Regierungseuphorie: „SPD und Linke bewegen sich in verschiedene Richtungen, sowohl im Bund als auch im Land. Wenn die SPD so weitermacht, weiß ich nicht, ob diese beiden Richtungen wieder zusammenzubringen sind”, wird Kerstin Kaiser in der Märkischen Allgemeinen zitiert. Die kompletten Umfrageergebnisse inklusive Frageformulierungen sind leider bisher nicht veröffentlicht. Auf der Seite der Linkspartei findet sich nur eine Bewertung der Studie als PDF.

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