3 Mal Müntefering
Warum ich dieser Tage öfter als sonst an Franz Müntefering denken musste? Weil ich mich erstens frage, ob er seinen Job bei der SPD weiterhin als das „schönste Amt neben dem Papst” ansieht. Stichwort: Richard Williamson. Die Sache mit dem Kreuz hat eben doch einen Haken, wie man an dem Pius-Bruder sieht. Ganz der Alte wurde mir Müntefering dann zweitens mit seiner Einschätzung der Umstände des Rücktritts von Michael Glos: „Das Spiel, das die Union da gespielt hat”, klagte der Sozialdemokrat, jemanden „hinterrücks die Stuhlbeine absägen” und in so einer „unwürdigen Weise”. Kurt Beck wird sich gefreut haben. Drittens die Kurve, die nötig ist in einem Linkspartei-Blog. Die Wahlen in Thüringen hat Müntefering auch schon abgehakt: Eine Koalition unter einem Ministerpräsidenten Ramelow werde es nicht geben, „darauf können sich die Leute verlassen”. Bleibt es also beim CDU-Freistaat, vielleicht mit großer Koalition, aber die zwölf Prozent Rückstand hinter der Linken holt ein Christoph Matschie nie auf. Und was sagt der? „Veränderung ist möglich, wenn genügend Menschen sie wollen.” Eben.
Drucken