EU-Vorschlag kaum verändert
Seit gestern steht die Vorschlagsliste des Bundesausschusses der Linken für die ersten 16 Kandidaten zur Europawahl. Am Samstag hatten die Beratungen begonnen, den ersten fünf Plätzen folgte bald schon eine Nachricht von der Partei. Dann mussten alle Freunde des innerparteilichen Proporz’ eine Weile warten. Die Wahl des Listenvorschlages war dem Westbeauftragten Ulrich Maurer zufolge nämlich eine „Herausforderung” und dauerte: Neben der Kompetenz der 70 Bewerber (die Zahl steht in der Pressemitteilung, ich habe hier 72 gezählt) sollte der 86-köpfige Bundesausschuss nämlich auch eine „territoriale Ausgewogenheit und die Quotierung” berücksichtigen. Dass das schwierig werden könnte, war bekannt. Schon nachdem der geschäftsführende Parteivorstand Mitte Dezember öffentlich seine Favoriten bekanntgab, hatte es heftige Kritik gehagelt (mehr hier und hier). Die dabei auch geäußerte Forderung, den Wunschzettel des Vorstands unbeachtet zu lassen, wollte der Bundesausschuss aber nur zum Teil folgen. Letztlich unterscheidet sich der Listenvorschlag lediglich in drei Positionen, unter anderem verdrängte der vom Jugendverband ins Rennen geschickte Sascha Wagner den gestandenen DGB-Mann Dieter Hooge. Mit Bernd Schneider aus Niedersachsen setzte sich zudem ein Mitarbeiter der jetzigen EU-Fraktion gegen den Ex-Juso Benjamin Böhnke durch. Keine Berücksichtigung fand trotz einer vielstimmigen Unterstützungskampagne der Europa-Abgeordnete Tobias Pflüger. Aber Vorschlag bleibt Vorschlag: Die endgültige EU-Liste wird erst Ende Februar, Anfang März in Essen aufgestellt.
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