Jeden Euro

Mit einer Spendenkampagne will die Linkspartei für die bevorstehenden Wahlkämpfe eine halbe Million Euro einsammeln. „Wir brauchen wirklich jeden Euro”, bat Bundesgeschäftsführer Dietmar Bartsch beinahe flehentlich Sympathisanten und Mitglieder um Geld für den Wahlkampffonds (mehr hier und hier). Die Partei will allein für die Europa- und Bundestagswahl bis zu 8,5 Millionen Euro einsetzen, dies solle jedoch „die maximale Obergrenze” bleiben. Dass die Linke anders als andere Parteien keine Konzern-Spenden erhält, will man im Wahlkampf als “politisches Gütesiegel” herausstellen. Bei den vergangenen Bundestagswahlen 2005 standen etwa der SPD rund 25 Millionen Euro zur Verfügung. Die Sozialdemokraten überlegen derweil ebenfalls, wie sie bei Mitgliedern und Sympathisanten Geld einwerben können, Medien zufolge sind auch Spenden-Dinner für betuchte SPD-Freunde im Gespräch. Deshalb gleich von einem „Wahlkampf wie Obama” zu sprechen, ist allerdings übertrieben: Der zukünftige US-Präsident hatte insgesamt 750 Millionen Dollar an privaten Spenden gesammelt. Damit rechnet die Linkspartei nicht in den kühnsten Träumen, dass die Kampagne besser ausfällt als frühere, wird aber schon erwartet. Bei der verpatzten Bundestagswahl 2002 hatte die PDS mit der Aktion „Gebt acht” 600.000 Euro einsammeln wollen – es wurden dann nur rund 400.000. Für Bartsch zählte die Spendenkampagne seinerzeit „zu den eher traurigen Kapiteln des Wahlkampfes” (hier als PDF).

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