Bisher Remis im SAV-Streit

Dürfen Mitglieder der SAV in die Linkspartei eintreten? Nachdem sich die Gruppe, die durch die frühere Berliner WASG-Frontfrau Lucy Redler bekannt ist, Anfang September entschlossen hatte, nun auch im Osten in die Linkspartei einzutreten, ist darüber eine Auseinandersetzung entbrannt. Der Zwischenstand: eins zu ein. Während der Vorstand der Linkspartei im Berliner Bezirk Pankow Einsprüchen gegen den Eintritt von SAV-Mitgliedern stattgegeben hat, entschied der Vorstand des Bezirks Neukölln nun anders herum. Vorliegende Einsprüche seien mehrheitlich abgelehnt worden, da es sich „nur formal um individuelle Einsprüche” gehandelt habe – „materiell jedoch um die Feststellung der Unvereinbarkeit der gleichzeitigen Mitgliedschaft” in SAV und Linkspartei. Diese zu beschließen, liege jedoch nicht in der Hand von Bezirksverbänden, sondern sei gegebenenfalls Aufgabe eines Bundesparteitages. Linksparteivize Klaus Ernst, der selbst Widerspruch gegen die Mitgliedschaft von Redler und anderen eingelegt hatte, nannte die Begründung der Entscheidung des Bezirksvorstandes „schlicht falsch”. Er und der frühere WASG-Vorstand Thomas Händel wollen den Fall nun „umgehend” vor die Landesschiedskommission bringen. Ein Fußballteam wäre „schlecht beraten”, so Ernst, „Spieler in die Mannschaft zu nehmen, die vorher ankündigen, nur auf das eigene Tor zu schießen”. Bis zum Schlusspfiff im Streit um die SAV-Aktivisten könnte es allerdings noch eine Weile dauern. Auch im Bezirk Mitte waren Einsprüche gegen ihre Mitgliedschaft eingelegt worden.

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